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Kleinwalsertal und New York – eigentlich hat die Weltstadt und das 5000-Einwohner-Hochgebirgstal in Vorarlberg nicht viel miteinander zu tun. Seit letzten Sommer ändert sich das: Der britische Künstler Antony Gormley wählte das Kleinwalsertal mit einigen anderen Orten für seine neueste aufsehenerregende Installation. 100 lebensgroße Figuren aus Gusseisen werden in einem Gebiet von 150 Quadratkilometern im Gebiet Bregenzerwald, im Arlberggebiet sowie dem Kleinwalsertal verteilt aufgestellt und verwandeln die Alpen in eine Kunstarena. „Horizon Field“ ist das erste Kunstprojekt dieser Art im Hochgebirge und zugleich die bislang größte Landschafts-Installation in Österreich. Bei den Skulpturen handelt es sich um Abgüsse vom Körper des Künstlers, die alle auf einer Höhe von exakt 2.039 Metern über dem Meer aufgestellt werden – die Kunstwerke bilden so ein horizontales Feld, das mit der Rolle des Menschen in der Natur und sei-ner Beziehung zur Bergwelt spielt. Von jeder Skulptur im Ausstellungsgebiet ist mindestens eine weitere zu sehen, begleitend werden vier legendäre Installationen Antony Gormleys im Kunsthaus Bregenz ausgestellt. Zeitgleich bevölkern 31 ähnliche Skulpturen die Skyline von New York und thematisieren den Menschen im urbanen Raum. Eröffnung der Installation ist am 31. Juli 2010, zu sehen sein wird sie bis April 2012. Das Kunstwerk wird sich in dieser Zeit durch Naturgewalten, unterschiedliche Lichtverhältnisse und die Jahreszeiten verändern und ermöglicht so immer wieder neue Wahrnehmungen und Eindrücke.
Aufwendige Installation in Vorarlberg

Die Vorbereitungen im schwierigen alpinen Gelände begannen schon 2007: Unzählige Helikopterflüge waren nötig, um das Verankerungsmaterial und die je 640 Kilogramm schweren Skulpturen an ihre Aufstellungsorte zu schaffen. Der Abstand zwischen den 1,89 Meter großen Figuren variiert je nach Topografie zwischen 60 Metern und mehreren Kilometern. Die Kunstwerke bevölkern Berggrate, Wanderwege und Skipisten – manche sind frei zugänglich, andere zwar sichtbar aber durch unwegsames Gelände nicht erreichbar. Die Skulpturen schauen in alle Richtungen, sind einander aber niemals zugewandt. Wanderer und Skifahrer sind in diesem Netz her-ausgefordert, ihren eigenen Platz zu finden und treten so in Beziehung mit der Installation: Je nach Ort und Perspektive ändert sich die Wahrnehmun-gen der stummen Männer aus Eisen.

Kunststar mit einzigartigem Projekt in den Alpen

Antony Gormley zählt zu den wichtigsten Künstlern der Gegenwart und hat weltweit umfassende Ausstellungen realisiert – darunter spektakuläre Projekte in der Fjordlandschaft Norwegens, der Londoner Innenstadt oder dem Wattmeer vor Cuxhaven. Für den Künstler geht es bei „Horizon Field“ um die zentrale Frage: „Welche Rolle spielt das Projekt Menschheit (…) auf diesem Planeten? Die Installation würdigt die tiefe Verbundenheit zwischen dem sozialen und geologischen Raum, zwischen Landschaft und Erinnerung.“ Dementsprechend repräsentieren die Standorte der Figuren Plätze, an denen ein Mensch irgendwann gewesen ist oder sein könnte. Seinen eigenen ganz persönlichen Ort in diesem Gefüge finden kann man bis April 2012 im Kleinwalsertal

Horizon Field

Horizon Field